Der LV Pfalz wurde nach 1946 propagiert und schließlich konstituiert durch LKMD A. Graf-Speyer, Chorleiter Horlemann-Waldfischbach und den Bundeswart der CVJM-Posaunenchöre der Pfalz F. Nothnagel-Mutterstadt. Diese riefen im Jahr 1951 die Posaunenchöre der Pfalz zu einem Posaunentag nach Weilerbach. Es kamen aus 8 Posaunenchören 80 Bläser, die u.a. die Sonatine „Allein Gott in der Höh' sei Ehr...“ von G. Reiche spielten. Bei einem 2. Posaunentag 1955 in Waldfischbach kamen schon aus 14 Chören 107 Bläser. Daraufhin gründeten die Chorleiter den Landesposaunenrat des Landesverbandes Pfalz am 2.7.1955 zu Neustadt. Da die Schulungsarbeit zu umfangreich wurde, unterteilte der LPR den LV in 4 Bezirksgruppen mit je einem Bezirkschorleiter. Diese hießen: E. Jäger-Friesenheim (7 Chöre); E. Seebaß-Neustadt (7Chöre); K. Schäfer-Waldfischbach (4Chöre); K. Höhn-Rodenbach (3 Chöre). Erster Landesposaunenwart für die kirchlichen Posaunenchöre und die CVJM-Posaunenchöre wurde F. Nothnagel. Außerdem wählte der LPR Pfr. H. Lösch-Meckenheim zum Landesobmann. Zugleich entstand ein Auswahlchor / „Posaunendienst der Pfalz“ unter Leitung von E. Jäger.

Da der LV volksmissionarisch mit Musik und Wort in seiner Landeskirche wirken wollte, gab er dem Volksmissionarischen und dem Kirchenmusikalischen Amt Sitz und Stimmrecht im LPR. Der LPR wählte zum Rechner K. Schäfer und zum Schriftführer K. Schneider-Herschberg. Vorsitzender des LPR wurde der LO Pfr. Lösch.

Inzwischen waren die CVJM-Posaunenchöre der Pfalz mit dem Wunsch auf Zusammenarbeit in einer „Arbeitsgemeinschaft“ dem LV beigetreten. So konnte gemeinsam der 3. und 4. LP-Tag (1957 und 1959) in Kaiserslautern und der 5. (1961) in Kusel gefeiert werden. Der LV suchte Kontakt zu den Schulungszentren für Bläsermusik beim CVJM Deutschland und fand diesen hauptsächlich im Eichenkreuzheim zu Willingen im Sauerland, wo die Lehrgänge unter Leitung von Dr. E. Gruber, H. Mrozek, R. Lörcher und E. Adorjan standen. Weitere Schulungs-möglichkeiten wurden gefunden auf den Studienwochen für Bläserarbeit des CVJM Deutschland in Bad Dürkheim (1959), Wilhelmsfeld/Baden (1963) und Wuppertal (1965), unter Mitarbeit der Landesposaunenwarte H. Mühleisen, E. Stober und W. Mergenthaler. Chorleiter Karl Schäfer und Pfr. Traugott Marx rückten als Landesposaunenwart und Landesobmann 1964 nach. Als Rechner hatte Erich Uhly-Appenthal schon 1961 den Dienst übernommen. Die LP-Tage Nr. 7-10 in Frankenthal (1965), Kirchheimbolanden (1967), Haßloch (1969) und Bellheim (1975) zeugen u.a. von den Aktivitäten durch spezielle Bläserkompositionen, wie z.B. die großangelegte Komposition von M. Schauß-Flake über die Jahreslosung 1969.

Der LPR erkannte, daß ohne eine hauptamtliche Kraft die Aufgaben in Sachen fachgerechter Schulung, jugendgemäßer Freizeiten, beratender Chorbesuche und sinnvoller Organisation innerhalb des LV nicht mehr zur Zufriedenheit der Verantwortlichen intensiv und effektiv geleistet werden konnten. Er fand in dem Orchesterposaunisten Traugott Baur, -einst Bläser im Posaunenchor Waldfischbach und Gründer des Posaunenchores Donsieders – den geeigneten Fachmann. Die Personalkosten übernahm die ev. Landeskirche der Pfalz. Seit 1977 im Amt als Landesposaunenwart mit Sitz in NW-Gimmeldingen bzw. im LKR „Dezernat Kirchenmusik“ zu Speyer strebte er durch intensive Schulungsarbeit auf Bezirks- und Landesverbandsebene einem Höchststand an Tonqualität und Interpretation an. Neben dem Posaunendienst entstanden: Jungbläserchor, Blechbläserensemble, Neustadter Posaunenquartett, sowie Spielkreise für Anfänger und Fortgeschrittene. Er musizierte mit Bläsern auf Nachbauten alter Instrumente, ebenso mit Orff- und Gitarrengruppen. Außerdem band er viele bestehende Blockflötengruppen der Kirchengemeinden nach Zustimmung des LPR in den LV ein. Die Blockflötengruppen sind durch Heidrun Baur und Dorle Marx im LPR vertreten.

Sowohl die LP-Tage in Landau (1979), Speyer (1981) als auch die Sonderveranstaltungen „Deutscher Ev. Kirchentag“, LK-Musiktage in Speyer, „Protestationsfeier“ der Landeskirche, „Missio 80“, Gustav-Adolf-Feste, Osternachtsmusiken, Buß- und Bettag-Gottesdienste und Feierstunden bis hin zu Turmblasen in Neustadt, machten den qualitativen Fortschritt der Bläser hörbar. Als Komponist steht ihm Jürgen Pfiester-Lustadt zur Seite, besonders durch jugendgemäße Anfängerliteratur, sowie Kompositionen zur Jahreslosung.

Um das Schulungsprogramm durchzuführen, brauchte der LV eine Bläserzentrale, die mit Hilfe der Landeskirche in dem „Kinderheim Diemerstein“ 1984 eingerichtet wurde. So hatten die Musizierenden eine bläsergerechte Aula mit dazugehörenden Spiel- und Übernachtungsräumen, wo viele Wochenend- und Ferienfreizeiten bis zum Jahr 1999 stattfanden (Stillegung der Heime).

Am 19. Mai 1985 feierte der LV in Kaiserslautern einen Posaunentag mit 300 Blechbläsern und 100 Blockflötenspielern anläßlich der 100-Jahrfeier des 1. Posaunenchores der Pfalz. Er fand in Gemeinschaft mit den Posaunenchören der „Landeskirchlichen Gemeinschaft der Pfalz“ statt. Ab 1984 wurden auch intensive Kontakte aufgenommen mit dem Bläserverband im Elsaß und dem LV in Anhalt. Begegnungen gingen hin und her, sowohl zu den Festen „50. Sächsischer Landesposaunentag“ in Leipzig und die LP-Tage in Neustadt (1987) und Diemerstein (1989/90). Unvergeßlich sind sowohl die Konzertreisen, u.a. nach Frankfurt in den Dom, nach Sachsen, Österreich und Holland, nach Schweden, Finnland, England und Schottland, als auch die Fahrradfreizeiten mit Abendmusiken u.a. durch das Elsaß, Sachsen, Mecklenburg, Nordfriesland und Anhalt.

Besonders ist zu vermerken, daß der LV seit vielen Jahren mehrere Freizeiten im Jahr für Blech- und Flötenbläser anbietet. So treffen sich z.B. im Martin-Butzer-Haus zu Bad Dürkheim 80-100 Freizeitteilnehmer, die vom LP-Wart und seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern musikalisch und geistlich gefördert werden.

Nach dem 17. LP-Tag in „herkömmlichen LP-Tagsstil“ zu Homburg (1991) wurde 1997 zu Iggelheim der 18. LP-Tag „in neuer Gestalt“ mit 270 Teilnehmern aus Posaunenchören und Blockflötengruppen und mit 400 Gästen erprobt, und vom LPR als gelungen bestätigt. Dabei arbeitete der seit 1994 vom LPR gewählte Landesobmann Pfr. M. Anefeld aus Kapellen-Drusweiler mit. So hofft der LPR, daß alle Posaunenchöre des LV auf den 19. LP-Tag 2001 in Iggelheim zur „50 Jahr-Feier der Posaunenchöre im Landesverband Pfalz“ vertreten sind.

Zum Schluß möchte ich alle Bläser und Leser daran erinnern, wie die Chöre in den LV aufgenommen wurden. Die Aufnahmeformel lautete:

„Liebe Chorleiter und Bläser dieser neuen Chöre, Ihr habt den Wunsch in den LV Pfalz aufgenommen zu werden. Ich tue das im Vertrauen auf Jesus Christus, daß Ihr in diesem Verband Hilfe und Beistand, Liebe und Freude, Barmherzigkeit und Vergebung, Freundschaft und Gemeinschaft finden möget, und erkläre als Obmann des LV Pfalz Euch als Mitglieder. Ich wünsche Euch einen gesegneten Dienst, einen Dienst zu Gottes Lob und Ehre.“ – Dies gelte auch in Zukunft!

Traugott Marx (LO 1964-1993)